Interviews

Emelie Hahn – Polylino in Schweden

„Man muss natürlich sehr genau darauf achten, wie man digitale Werkzeuge nutzt, damit sie die beste Wirkung entfalten.“

In Schweden gehören Laptops und Tablets schon seit einigen Jahren zum Schulalltag. Auch digitale Services wie Polylino und Polylino Schule sind dort viel weiter verbreitet als im deutschsprachigen Raum. Wir haben mit Emelie Hahn über Digitalisierung im Unterricht gesprochen, sie ist Lehrerin und unterrichtet an einer Schule im schwedischen Uppsala. 

Emelie Hahn, Lehrerin in Uppsala

Hej Emelie… erzähl doch mal ein bisschen von dir.

Ja, ich arbeite als Deutschlehrerin, ich unterrichte aber auch Geschichte, Geografie, Religion und Sozialkunde. 

 

Welche Rolle spielen digitale Werkzeuge in deinem Unterricht?

Eine sehr große Rolle. Jeder meiner Schüler und Schülerinnen hat einen Laptop oder ein Tablet und wir nutzen diese Werkzeuge regelmäßig in unserem Unterricht. Wir haben zwar auch noch normale Bücher, aber die digitalen Lehrmittel kommen schon sehr oft zum Einsatz. Wir sind außerdem eine multikulturelle Schule, das heißt, es gibt bei uns sehr viele gute Werkzeuge, um Schwedisch zu lernen. Seit einigen Jahren müssen in Schweden in allen Fächern auch digitale Lehrmittel genutzt werden. Gerade im Bereich Translanguaging gibt es viele gute digitale Produkte, die es Schülern ermöglichen am Unterricht teilzunehmen, obwohl sie vielleicht noch nicht so lange in Schweden sind und die schwedische Sprache noch nicht so gut beherrschen.  

 

Nun bietet Polylino Schule die Bücher ja auch in vielen unterschiedlichen Sprachen an – wird das von dir denn genutzt?

Ja, sehr viel sogar. Als multikulturelle Schule haben wir Schüler*Innen aus allen Teilen der Erde, über 30 verschiedenen Muttersprachen gibt es bei uns – auch in meiner Klasse werden viele, viele Sprachen gesprochen. Mit Polylino Schule können die Schüler*Innen Schwedisch lernen, Lesen lernen, neue Begriffe kennenlernen und ihren Wortschatz erweitern. 

 

Wie reagieren die Kinder auf Polylino Schule?

Den Kindern gefallen die digitalen Bücher natürlich sehr gut. Gerade Kinder, die noch nicht so gut Schwedisch sprechen, sind sehr schnell gestresst, weil man natürlich dem Unterricht nicht so gut folgen kann, wenn man bestimmte Wörter und Begriffe nicht kennt, oder sich noch nicht so gut ausdrücken kann. Mit Polylino bekommen sie eine gute Hilfe, um Schwedisch zu lernen. Es ist ein sehr pädagogisches Hilfsmittel, da man sich ja z.B. ein Buch auf Deutsch anhören und gleichzeitig auf Schwedisch lesen kann. Auch die Textmarkierungen sind eine große Hilfe, so kann man immer sehen, welches Wort gerade vorgelesen wird. Ein weiterer Vorteil ist es, dass Polylino so viele Sprachen anbietet… wie gesagt gibt es auch in meiner Klasse viele verschiedene Muttersprachen und oft haben die Kinder niemanden in der Klasse, der die dieselbe Muttersprache spricht – da hilft Polylino mit seinen vielen Sprachen auf jeden Fall enorm. 

 

Das klingt so, als hättest du durchwegs positive Erfahrungen mit Polylino und anderen digitalen Werkzeugen gemacht…

Ja, auf jeden Fall. Ich bin auch leitender Lehrer für Methoden zur Sprach- und Wissenschaftsentwicklung und ich sehe die Digitalisierung und digitale Werkzeuge sehr positiv. Aber man muss natürlich sehr genau darauf achten, wie man digitale Unterrichtsmaterialien nutzt, damit sie die beste Wirkung entfalten. Der Unterricht muss auf die digitale Nutzung ausgerichtet sein und man muss sehr pädagogisch vorgehen. Man kann den Kindern nicht einfach einen Laptop oder ein Tablet in die Hand drücken und sie machen lassen. Schließlich müssen ja viele Gedanken und pädagogische Ideen umgesetzt werden. 

 

Erleichtert Polylino Schule das Lesen lernen für Schüler*Innen, die gerade erst in die Schule gekommen? 

Ja absolut, sehr gut sogar. Es ist sehr pädagogisch und die Schüler*Innen können sich die Geschichten anhören, teilweise mitlesen und Sätze, Kapital etc. ohne Probleme wiederholen… das ist schon eine große Hilfe. 

 

Emelie Hahn, vielen Dank für das Gespräch!